Montenegro

Erst beim Ausfassen der nicht mehr gerade taufrischen Neopren- und Schwimmwestenmodelle merken wir, dass wir offensichtlich bei einem bosnischen Billigstanbieter gelandet sind. Wir finden, wir sehen in unserer betagten Raftingkluft trotzdem sehr sexy aus!  ;-)


Unser robustes Schlauchboot teilen wir mit 8 jungen Serben. Die gebuchte Halbtagestour entpuppt sich als 2-Stunden-Trip auf dem Wasser. Allerdings ist schon die Fahrt zum Ausgangspunkt recht spektakulär und zeitaufwändig: es geht nach der Grenzüberschreitung nach Montenegro (etwa 2 km von unserem Camp entfernt) auf einer ausgewaschenen Schotterstrasse etwa 15 km flussaufwärts in die wilde Taraschlucht mit ihren steilen, aber begrünten schier endlosen Abhängen. 
Leider gibt es keine spektakulären Bilder vom Rafting selbst – wir wollten unseren Fotoapparat nicht versenken. Die Raftingtour selbst lässt doch einiges an Adrenalin in unseren Adern fliessen – Heidis Herz klopft ganz ordentlich. Ein grosser Spass ist es auf jeden Fall da sich die Tara jetzt, Anfang Mai, von ihrer wildesten Seite zeigt. 

Die Fahrt endet nach der Mündung der trüben Tara in die türkisklare Drina direkt unterhalb des Camps, also wieder zurück in Bosnien. 

Anschliessend überqueren wir mit unserem Luxi die Grenze nach Montenegro ganz hochoffiziell. Von hier windet sich die Strasse höchst dramatisch weit oberhalb der Drina Richtung Süden und überquert an einer Stelle den Fluss auf einer irre hohen Brücke. Uns wird ganz schwummerig, wenn wir da runterschauen! 


Nach dem Kraftwerk weiterhin entlang des Stausees. Den geplanten Abstecher ins Durmitorgebirge müssen wir leider auslassen, da noch zuviel Schnee auf den Pässen und Bergen liegt. So peilen wir die nächste grössere Stadt Nikšič an. Hier rasten wir ein paar Tage an einem idyllischen Stausee, baden, trinken Gin-Tonics und feiern Maxis runden Geburtstag. Das anstrengendste am 4. Mai war, 50 gut verschnürte Packerl zu öffnen.


Eine kleine Wanderung führt uns zu einer herrlichen Stelle über dem Stausee, an dem ein aufgelassener k.u.k. Bahnhof im Dornröschenschlaf liegt. Das wär doch schon mal ein erster Vorschlag für die Bubenrunde ;-))))

Ein Besuch im Internetcafé von Nikšič endet mit einer mittleren Katastrophe: ein Virus bemächtigt sich meines Mailservers, schickt jede Menge Mails mit Viagra-Angeboten aus und bereichert meine Mailbox mit vielen hunderten return-to-sender Mails. Sorry an alle, die dadurch betroffen waren! 

Wo wir doch schon in einer Stadt sind, lassen wir uns doch gleich auch einen neuen Haarschnitt verpassen. All-inclusive-Service mit Waschen, Schneiden, Kopfmassage und allem drum und dran 10 Euro, inkl. Trinkgeld, für 2 Personen! 


So fein herausgeputzt sind wir bereit für das Kloster Ostrog, einem spirituellen Gravitationszentrum für die orthodoxen Christen am Balkan. Wirklich spektakulär in die Felswand konstruiert, beherrscht diese Pilgerstätte die Umgebung. Sieht aus wie eines dieser berühmten griechischen weissen Felsenklöster und ist wohl auch so was ähnliches. 
Mit nüchternem Magen wandern wir rauf und machen einen kurzen Rundgang. Das ist für uns genug der Wallfahrt und wir verlassen über Podgorica, der Hauptstadt Montenegros, das Land. Jetzt steuern wir auf die albanische Grenze zu.

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